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Berichte von Aktionen und Wissenswertes

Wie wir Faak am See rockten - ein Bericht

Es begab sich an einem schönen Samstagabend im Juli 2016. Da machten sich 39 Jugendliche und 6 Betreuende auf den Weg nach Österreich um der PH chill- & actionfreizeit Leben einzuhauchen. Das dies, wie jedes Jahr, eindrucksvoll gelang steht außer Frage. Doch die Teilnehmenden beeindruckten uns, die BetreuerInnen, auch noch auf andere Weise. Denn dieses Jahr boten wir auch kleine Angebote zu einem aktuellen Thema mit hoher politischer und gesellschaftlicher Relevanz an: Flucht und Fluchtursachen. Ob ein solches Thema auf der einen und Spaß und Erholung auf der anderen Seite sich auf einer Sommerfreizeit nicht ausschließt, war für uns die spannende Frage.

 

Am Abend des 16. Juli 2016 war es wieder soweit. Wir machten uns im Reisebus auf den Weg nach Faak am See zur alljährlichen PH-Sommerfreizeit. Nach 11 Stunden Fahrt bezogen wir unser „Zwergenheim“ und stärkten uns zunächst bei einem ausgiebigen Frühstück. Anschließend startete bereits der erste Programmpunkt. Bei der Wasserolympiade im hauseigenen Garten traten die Teilnehmenden in Gruppen gegeneinander an und ja, der ein oder andere hatte wohl wissend bereits seine/ihren Badehose/Bikini angezogen ;-)

In den darauf folgenden Tagen warteten weitere abwechslungsreiche Aktivitäten, an denen die Jugendlichen teilnehmen konnten: Minigolf, Klettern am Fels, Bogenschießen, Kanutour, 3-Gipfel-Wanderung, Klettersteig, Shopping in Villach, Mountainbiketour, Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangswanderung, Reiten und Spaßbad. Natürlich gab es jeden Tag auch die Möglichkeit sich im glasklaren Faaker See abzukühlen oder sich von Hendrik in den kleinen Pool am Haus werfen zu lassen. Wer es eher etwas ruhiger mochte konnte einfach am Haus chillen, die Wellnessoase aufsuchen oder an Neles täglichem Yoga-Workout teilnehmen. Auch ein obligatorischer Lagerfeuerabend durfte natürlich nicht fehlen und wurde mithilfe von Uli noch durch eine lustige und spannende Runde „Werwölfe“ verfeinert. Ebenso überzeugte das Bergfest zur Halbzeit der Freizeit unter dem Motto „Faak sucht den Superstar“. Hier durften alle ihre Talente zeigen und so bestand das Programm aus vielfältigen Auftritten, wie z.B. Darbietungen auf der Gitarre, eigens einstudierten Tanzchoreographien, selbst geschriebenen Songtexten, schauspielerischen Stücken oder auch akrobatischen Leistungen. Ein bunter Abend, der zu Tränen rührte, sei es vor Lachen oder auch vor Rührung.

Doch neben allem Spaß und Actionprogramm widmeten wir uns in diesem Jahr, wie bereits oben erwähnt, auch einem ernsthaften Thema. Wir BetreuerInnen hatten uns im Vorfeld natürlich die Frage gestellt, ob Angebote zum Thema Flucht und Fluchtursachen auf einer Sommerfreizeit überhaupt umsetzbar seien und auf Interesse stoßen würden. Auch ob wir das den Kindern und Jugendlichen in ihrem Urlaub „zumuten“ können stand zur Debatte. Doch wir entschieden uns dafür und überließen den Teilnehmenden die Entscheidung. Das Prinzip der Freiwilligkeit zur Teilnahme an Angeboten galt auch hier. So konnten die Jugendlichen persönlichen Betroffenenberichten in Form von Tagebüchern lauschen, die Nele am Abend im Garten auf einer Decke und umringt von Fackeln vorlas. Oder mit Tine Musik, die sich mit dem Thema beschäftigt, hören und ihre Gedanken dazu äußern. Oder einen Filmabend mit Alex verbringen und „Das Mädchen Wadja“ schauen. Oder mit Hendrik eine Flucht spielerisch darstellen, wobei jede Habseligkeit, und sei sie noch so klein wie z.B. das Lieblingskuscheltier, irgendwann als Zahlungsmittel auf der Flucht eingelöst wird. Oder aber auf Ulis Weltkarte zeigen, wo man selbst oder die Eltern eigentlich herkommen und dabei ein riesen Netz spinnen, das über die ganze Welt reicht.

Bei all diesen Angeboten kamen immer wieder viele Fragen auf, die gemeinsam diskutiert wurden. Dabei nahmen zwar immer nur zwischen drei und zehn Jugendliche an den Angeboten teil, diese zeigten aber ein  enormes Wissen über die Gründe, warum Menschen auf der Flucht sind, wie so eine Flucht von statten gehen kann und welche Folgen das sowohl für die einzelnen Menschen, aber auch ganze Gesellschaften haben kann. Auch persönliche Erfahrungsberichte wurden ausgetauscht und zeigten, dass das Thema „Flucht und Fluchtursachen“ manchmal gar nicht so fern ist. Dies bekamen wir spätestens bei unserem Tagesausflug in die slowenische Hauptstadt Ljubljana zu spüren. Nach einem schönen Tag mit Burg- und Stadtbesichtigung wurden wir auf der Rückfahrt von Grenzsoldaten angehalten. In einem Europa, wo die Grenzen seit Jahren offen sind und Menschen reisen können, wohin sie möchten, ist es auf einmal ein befremdliches Gefühl, wenn ein österreichischer Grenzsoldat durch den Reisebus geht und Ausschau nach Menschen hält, die auf der Flucht sind als seien es Verbrecher. Dieser Moment ließ uns alle kurz innehalten und stimmte uns nachdenklich.

Wir möchten Euch, den Teilnehmenden der diesjährigen Sommerfreizeit, an dieser Stelle danken. Für viel Spaß, viele freudige Momente und für tolle Erfahrungen. Aber auch danken wir Euch für viele offene und persönliche Gespräche, in denen ihr uns und der Gruppe Euer Vertrauen geschenkt und uns an sehr persönlichen Erfahrungen habt teilhaben lassen. Diese Momente haben die diesjährige Fahrt nach Faak am See zu einer ganz besonderen gemacht!

 

Wir freuen uns bereits jetzt auf die kommende Ferienfreizeit und hoffen viele von Euch dabei wiederzusehen!

 

Eure/Euer Alex, Hendrik, Nele, René, Tine & Uli

 

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