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Berichte von Aktionen und Wissenswertes

Chroniken einer Couch - oder es gibt noch tolle Menschen

Mittwoch, der 06. November 2013 sollte ein Tag werden, den ich nicht so schnell vergessen werde. Nichts ahnend von den bevorstehenden Ereignissen kam ich im PH an, bereit meinen Dienst planmäßíg als Admin im Freizeitbereich anzutreten. Aber wie das mit Plänen halt so ist, sobald die Umsetzung gestartet ist, werden sie auch schon wieder hinfällig.

 

In diesem Fall sorgte Nele für die Planänderung. Wir haben eine Couch gespendet bekommen! Wow! Tine und ich sollten uns ihren Transporter schnappen und die Couch nachmittags abholen. Gesagt, getan, Sitze vom Transporter zurückgeklappt, losgefahren und schon bald standen wir bei allerfeinstem Novemberregen vor der (noch) Heimstätte unserer neuen Couch.

 

Gedanklich vorbereitet auf entspanntes Couchtragen aus maximal dem 2. Stock eines Hauses entlarvte Tines Blick auf das Klingelschild nichts Gutes: 5. Stock. Okay, das wird vieleicht etwas umfangreicher. In vorfreudiger Erwartung wurde uns die Tür geöffnet und wir machten uns an den Aufstieg.

 

In der Wohnung angekommen offenbarte sich das nächste Hindernis: Loftwohnung mit Wendeltreppe. Argh! Also insgesamt eigentlich 6 Etagen. Aber mit drei Personen, jahrelanger Tetriserfahrung und ordentlich Muskelschmalz waren wir schneller als erwartet samt Couch im Erdgeschoss angekommen. Der Regen begrüßte uns wieder mit reichlich Feuchtigkeit. Jetzt die Couch nur noch ins Auto packen und zurück ins PH.

 

Wenn es doch nur so einfach wäre. Der Transporter erwies sich als zu klein. Sämtliche Arten die Couch im Laderaum zu legen und zu stellen schlugen fehl. Verdammt, Tetris, lass mich jetzt nicht im Stich! Es hätte gepasst, wenn Fahrer- und Beifahrersitz nach vorne geklappt wären. Nur hätte dann niemand mehr fahren können. Oder aber, die Couch hätte hinten bei offener Tür rausgeguckt.

 

Dann die zündende Idee: Im Hinterhof hat ein Krankentransportdienst seinen Sitz. Die haben mächtig große Autos. Vieleicht kann man da fragen, ob die zufällig an der Grafenberger Allee vorbei fahren. Ich machte mir selber nicht viel Hoffnungen, aber Versuch macht klug. Mit der kombinierten Power aus Anwohnerbonus und durchnässten Klamotten gelang es uns dann tatsächlich einen Transporter samt Profifahrer (der gerade in Feierabend gehen wollte) für die Fahrt zu organisieren. Wahnsinn, ich war sprachlos. Ist das jetzt real? Schaut so aus.

 

Von da an ging alles ganz schnell. Couch eingeladen, Team aufgeteilt, Hände geschüttelt und schläunigst zum PH. Naja, zumindest der Krankentransport und Tine, die gekonnt sämtliche Ballungsgebiete umfuhren. Ich blieb mangels Ortskenntnis mit Neles Transporter im einsetztenden Feierabendverkehr hängen. Egal. Die Couch ist da!

 

Als ich dann später im PH eintraf, stand sie dann auch schon im Freizeitbereich: ganz in Schwarz, Leder und äußert gut erhalten und mit jede Menge Kindern drauf. "Die Couch ist geil!" Die Begeisterung die bei dem Satz mitschwingte war Genugtuung pur für mich. Das ist der Moment, indem man merkt, dass sich der ganze Kram vorher gelohnt hat. Ich setzte mich auch auf die Couch, einen Arm auf die Armlehne, Beine übergeschlagen und ließ den Blick langsam durch den Raum wandern. Ja, was für ein geiler Tag...

 

Nochmal ganz besonderen Dank den Spender für diese wahnsinns Spende und an den Krankenbeförderungsdienst für seine heroische Hilfe in der Stunde der Not. Ohne Euch hätten wir das nicht geschafft.

 

Stefan Jansen

   
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